Die SGML-Deklaration
Bei SGML kann man »eine Etage höher« Einstellungen ändern, die bei XML fest definiert sind. So können Sie statt der bekannten Spitzklammern beliebige andere Begrenzungszeichen für das Markup festlegen, eine Maximallänge für Elementnamen definieren, die Groß-Kleinschreibungs-Unterscheidung beim Markup ein- oder ausschalten, eigene Codes für Sonderzeichen definieren und vieles mehr.
Diese SGML-Konfiguration – korrekt SGML-Deklaration genannt – ist in einer ASCII-Datei gespeichert, in der in einfacher Syntax die gewünschten Einstellungen eingetragen werden. Diese Datei trägt meist die Endung ».decl« oder ».dcl« und wird dadurch von den SGML-Tools erkannt.
Die meisten der Einstellungsmöglichkeiten in der SGML-Deklaration sind für die XML-Praxis irrelevant, ja sogar riskant. Durch Änderungen wird schnell der XML-Standard verlassen; Probleme beim Datenaustausch und der Verwendung von XML-Tools können die Folge sein. Dennoch ist es gut zu wissen, dass in SGML diese Konfigurationsebene existiert.
Wenn Sie z. B. Fremddaten erhalten, bei denen Ihre Tools seltsame Fehlermeldungen zeigen, der Kunde aber darauf besteht, dass die Daten in Ordnung sind, lohnt es sich nachzufragen, ob für diese Daten vielleicht eine modifizierte SGML-Deklaration vorliegt.
Außerdem: wenn Sie SGML-Tools für die Verarbeitung von XML-Dateien verwenden wollen, müssen Sie natürlich die SGML-Deklaration mit den XML-Einstellungen in Ihre Anwendung einbinden. Sonst führen besondere XML-Eigenschaften wie z. B. die Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung innerhalb von Tags zu Fehlermeldungen. Reine XML-Tools haben die SGML-Deklaration für XML fest eingebaut, ähnlich wie auch Web-Browser die SGML-Deklaration und DTD für HTML von sich aus kennen.
Fazit
- Viele der für XML fest eingestellten Funktionalitäten können in der SGML-
Deklaration modifiziert werden. Bei der XML-Verarbeitung mit SGML-Tools
muss die SGML-Deklaration für XML verwendet werden. Von individuellen Änderungen der SGML-Deklaration ist jedoch abzuraten.




